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Thema Studiengebühren an der Uni Münster - Ein Statusbericht
Auf unserer Homepage finden sich zahlreiche Informationen zum Thema Studiengebühren an der Uni Münster. Hier wollen wir Euch einen Überblick über den aktuellen Stand der Diskussion geben.
Inhalt
Abschaffung ist möglich - Senat entscheidet am 17.12.2008 erneut
von André Schnepper
Erhöhung, Beibehaltung oder doch Abschaffung? Dank der Befristung der Satzung über die Erhebung von Studiengebühren stellt sich diese Frage an unserer Uni in diesem Semester erneut. Gut zwei Jahre nach dem Beschluss zur Einführung von Studiengebühren wird der Senat am 17. Dezember diesen Jahres über die Zukunft der Gebühren entscheiden. Sollte keine neue Satzung verabschiedet werden, wäre die Uni Münster ab dem Wintersemester 2009/2010 wieder gebührenfrei.
Pünktlich zur Diskussion im Senat wurden nun durch eine Studie der staatlichen Hochschul-Informations GmbH (HIS), die über Monate vom Bundesbildungsministerium zurückgehalten wurde, abermals die sozialen Auswirkungen von Studiengebühren bestätigt. Die AutorInnen der Studie kommen zu dem Schluss, dass „durch die Einführung von Studiengebühren (...) eine nennenswerte Zahl von Studienberechtigten auf das ursprünglich beabsichtigte Studium“ verzichtet. Vor allem Frauen und Studienberechtigte aus hochschulfernen und finanziell schwächeren Schichten, so die Studie, entscheiden sich aufgrund von Studiengebühren gegen ein Studium.
Eine Feststellung, die durch die Rückgang der Studierendenzahlen an der Uni Münster bestätigt wird. Während vor der Entscheidung zur Einführung der Gebühren noch rund 40.300 Studierende immatrikuliert waren, studieren in diesem Semester aktuell nur noch 37.700 Menschen an der Uni Münster. Parallel dazu sank die Zahl der Neueinschreibungen im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent von 7.933 im Studienjahr 2006 auf 6.382 im Studienjahr 2008.
Doch trotz dieser mehr als offenkundigen Abschreckungseffekte gibt es von Seiten des Rektorats Bestrebungen die Gebühren nicht nur fortzuschreiben, sondern auch deutlich auf NRW-Niveau zu erhöhen. Eine Forderung, die nicht nur in keinsterweise der gesellschaftlichen Verantwortung einer Universität gerecht wird, sondern darüber hinaus auch jeglicher Grundlage entbehrt. Schließlich wird bereits jetzt ein großer Teil der studentischen Gelder nicht verausgabt, sondern auf die hohe Kante gelegt. Allein im letzten Sommersemester wurden laut dem Bericht des Rektorats bislang rund 1.86 Millionen nicht verausgabt.
Doch auch die verausgabten Mittel sind keineswegs zusätzliche Gelder zur Verbesserung der Lehre. Gerade viele der Personalstellen, die laut Bericht aus den Geldern der Studierenden bezahlt wurden und die unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der Lehre sind, existierten bereits vor der Einführung von Studiengebühren.
Verantwortlich für den kompensatorischen Charakter der Gebühren, der am stärksten in den Philologien sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu spüren ist, ist die Umverteilung öffentlicher Mittel durch das Rektorat zugunsten der Forschung und der drittmittelstarken Fächer. Anlass zur Resignation besteht jedoch dennoch nicht. Im Gegenteil. Was einmal umverteilt wurde, kann genauso gut auch wieder zurückverteilt werden. Die Abschaffung von Studiengebühren, für die wir als Juso-Hochschulgruppe weiterhin entschieden eintreten, ohne Einbußen in der Lehre möglich ist.
Artikel auf der Homepage
Dezember 2006
- 29.11.06: Studiengebühren an der Uni Münster: Diskussion im Januar
Januar 2007
- 16.01.07: Studiengebühren: 300EUR ab WS07/08??
- 17.01.07: Senatssitzung der Uni Münster gestürmt
- 18.01.07: Eilmeldung: Erneute Senatssitzung am 20.01.07
- 20.01.07: Studiengebühren - Nur kleiner Teilerfolg errungen
Februar 2007
- 01.02.07: Studienbeiträge - „Bedarfs“-Ermittlung gestartet – aber keiner vorhanden!
- 02.02.07 - Pressespiegel: MZ - MSLO1 - Gebühren erhitzen die Gemüter
- 03.02.07 - Kommentar MZ - Gebühren erhitzen die Gemüter
- 02.02.07 - Pressespiegel: WN - Neuer Streit um Studiengebühren
- 03.02.07 - Pressespiegel: WN - Konflikt schwelt, Kommission arbeitet
- 06.02.07 - Dekane verlangen 75 Prozent
- 14.02.07 - Studiengebühren: Kritik der Studierenden am Verfahren bestätigt sich
- 15.02.07 - Gebührenpläne weiter in der Kritik - Studiengebühren zur Hälfte für Verwaltung?
- 22.02.07 - Studiengebühren – Verbaute Zukunft mit zweckentfremdeten Geldern
- 23.02.07 - Kommission lehnt Einführung von Studienbeiträgen ab
März 2007
- 02.03.07 - AUFRUF: Gegen Bildungs- und Sozialabbau - Gegen Studiengebühren im Besonderen
- 05.03.07 - Kommission verfasst Abschlussbericht
- 12.03.07 - Abschlussbericht der Kommussion
- 12.03.07 - Abschlussbericht der Kommussion (pdf)
- 13.03.07 - Studiengebühren: Der TV-Beweis
- 15.03.07 - Senat beschließt Studienbeiträge
April 2007
- 03.04.07 - Schwarz-gelbe Gebühren führen zu dramatischem Rückgang der Studierendenzahlen
Mai 2007
- 02.05.07 - Studiengebühren müssen weg!
- 27.05.07 - Gericht bestätigt - Einführung von Studiengebühren sind rechtswidrig
- 31.05.07 - Hessen ist gegen Studiengebühren!
Juni 2007
- 01.06.07 - Studiengebührensatzung der Universität Bielefeld gekippt!
- 04.06.07 - Sinkende Studierendenzahl in NRW ist keine Erfolgsmeldung
- 09.06.07 - Pinkwart muss Fehler eingestehen und rudert zurück!
- 20.06.07 - Was zu beweisen war - verkehrte Welt im Senat
- 22.06.07 - Gebührenboykott beginnt
- 29.06.07 - Boykott läuft an!
Juli 2007
- 04.07.07 - AStA verklagt die Uni!
- 13.07.07 - Der Boykott ist zu Ende
- 25.07.07 - Studiengebührenberatung - Ein Erfahrungsbericht
August 2007
- 25.08.07 - Pinkwart rudert erneut bei Campusmaut zurück!
September 2007
- 11.09.07 - Studiengebühren verhindern Mobilität
- 17.09.07 - Bremer Verwaltungsgericht auf Seite der Studierenden!
Oktober 2007
- 07.10.07 - Bildung ist Menschenrecht
- 09.10.07 - Gericht misst Völkerrecht keine Bedeutung bei!
- 09.10.07 - Auch der AStA zeigt sich verständislos zum Sinneswandel des OVG Münster
- 10.10.07 - Studierendenzahlen weiter gesunken - auch in Münster!
- 11.10.07 - Studiengebühren beschäftigen Vereinte Nationen - Aktionsbündnis gegen Studiengebühren begrüßt Vorstoß
November 2007
- 01.11.07 - Studiengebühren in Hessen Verfassungswidrig!
- 02.11.07 - Giessener Verwaltungsgericht befindet Unzulässigkeit von Studiengebühren
- 02.11.07 - GebührengegnerInnen im Aufwind
- 14.11.07 - Erneuter Erfolg für GebührengegnerInnen - Auch Marburger Studierende müssen nicht zahlen
- 16.11.07 - Landesamt für Statistik widerlegt Äußerungen Pinkwarts
- 20.11.07 - Resoulution: Für eine staatliche Studienfinanziereung - Gegen Stipendien aus Studiengebühren
Weitere Infos findet ihr unter Themen "Studiengebühren" und im Pressespiegel 2007
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